Am 19. Januar 2025 hielt Dr. med. Jürgen Birmanns einen bemerkenswerten Vortrag in Bühl. Er konfrontierte uns mit einer fundamentalen Frage unseres Gesundheitssystems: Was bedeutet es eigentlich, Arzt zu sein?
Beziehung statt Reparatur
„Arzt sein heißt in Beziehung treten mit dem Patienten“, so Dr. Birmanns. Doch die Realität in Praxen und Kliniken sieht oft anders aus. Die moderne Medizin entwickelt sich rasant in eine technokratische Richtung. Die Zukunft schafft Roboter, und der Arzt läuft Gefahr, zum bloßen Reparateur degradiert zu werden.
Oft fungiert der Mediziner heute primär als Erfüllungsgehilfe eines Systems, das klare Ökonomisierungsziele verfolgt. Ein eindrücklicher Vergleich aus dem Vortrag macht dieses Missverhältnis deutlich: Das ärztliche Honorar für 60 Minuten Zeit und Zuwendung ist oft günstiger als eine Marken-Jeans.
Der Perspektivwechsel
Unsere gesamte heutige Medizin ist im Kern krankheitszentriert. Sie definiert sich über das Finden und Beseitigen von Defekten. Doch Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit.
Der Weg der Salutogenese
„Der einzige Ausweg ist die Salutogenese. Nicht zu fragen: ‚Was macht dich krank?‘, sondern zu fragen: ‚Was macht dich gesund?‘“
Durch Beratung und aktiver Einweisung von Gesundheitsberater/innen in die Herstellung von Vollwertgerichten, Zubereitung von Frischkostsalaten sowie das Erlernen des Brotbackens in Back-Kursen möchte ich den Familien einen Weg aufzeigen, wie sie anders mit der Essenszubereitung für ihre Angehörigen umgehen können.
Dieser Ansatz ist auch der Kern meiner Arbeit als Gesundheitsberaterin. Wir schauen nicht nur auf Symptome, sondern auf die lebendigen Prozesse, die Ihren Körper stärken und heilen können.
Zitiert nach: Dr. med. Jürgen Birmanns, Arzt im Dr. Max-Otto-Bruker-Haus in Lahnstein, Vortrag in Bühl, 19.01.2025.
